Wobenzym® zur Behandlung der Schwellung bei rhinoplastischen Operationen

Wirksamkeit und Verträglichkeit
Studien-Nr.: MU-89207
Randomisierte doppelblinde Parallelgruppenstudie gegen Placebo
Integrierter biometrisch-medizinischer Abschlußbericht gemäß FDA- und CPMP-Richtlinien

Leiter der Studie: Dr. med. Michael Schedler

Universitäts-HNO-Klinik, D-66424 Homburg/Saar, Germany

Auswertung durch: MUCOS Pharma GmbH & Co, Abt. Klinische Forschung, Kirchplatz 8, D-82538 Geretsried, Germany
Bericht erstellt durch: PHARMASCRIPT, Kathi-Kobus-Steig 1, D-82515 Wolfratshausen, Germany


Zusammenfassung

In einer randomisierten klinischen Doppelblindstudie mit zwei parallelen Gruppen sollten Wirksamkeit und Verträglichkeit des Enzympräparates WOBENZYM® bei rhinoplastischen Operationen geprüft werden. Als Vergleich diente eine Behandlung mit Placebo.

38 Patienten, die eine Rhinoplastik aus kosmetischen Gründen, wegen funktioneller Beschwerden oder wegen eines Zustandes nach einem Unfall erhalten sollten, wurden in die Studie aufgenommen. Zwei Patienten der Placebogruppe erhielten wegen starker Schwellung postoperativ Verum und wurden deswegen nicht ausgewertet. Von zwei weiteren Patienten der Placebogruppe lagen keine Datenerhebungsbögen vor. Somit waren die Daten von 20 Patienten der WOBENZYM®-Gruppe und 16 Patienten der Placebogruppe auswertbar.

Studienleiter war Dr. med. Michael Schedler, Universitäts-HNO-Klinik, D-66424 Homburg/Saar.

Die Patienten nahmen pro Tag 2 x 1 Meßbecher WOBENZYM®-Granulat bzw. Placebo-Granulat. Die Therapie begann mit dem ersten präoperativen Tag und dauerte maximal 2 Wochen bzw. endete mit der Entlassung des Patienten aus der Klinik.

Die Gruppen waren zu Beginn der Studie in bezug auf Alter, Geschlecht, Größe, Gewicht und die Symptome (Orbitalödem, Brillenhämatom, Schmerzen, Summenscore aus Orbitalödem, Brillenhämatom und Schmerzen) vergleichbar (p-Wert > 0,05 nach Wilcoxon-Mann-Whitney-U-Test). Die Laborparameter (BSG, Hämoglobin, Leukozyten, Thrombozyten, g-GT, SGOT, SGPT, a2-Makroglobulin und HDL-Cholesterin) lagen im Mittel bei Studienbeginn und -ende innerhalb der Referenzbereiche.

Als Hauptkriterium für die statistische Auswertung wurde der Summenscore aus Orbitalödem, Brillenhämatom und Schmerzen herangezogen.

Als Nebenkriterien dienten die Besserung einzelner klinischer Parameter sowie der Wundheilungsverlauf.

Für das geprüfte Hauptkriterium (Summenscore) zeigte sich für den dritten bis einschließlich siebten postoperativen Tag ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten der Enzymbehandlung (p < 0,05).

Bei den Nebenkriterien war der Schmerzrückgang über den Beobachtungszeitraum vom ersten bis zum siebten postoperativen Tag in der Enzymgruppe statistisch signifikant besser (p < 0,05). Auch bei den anderen klinischen Parametern zeigten sich statistisch signifikante Unterschiede zugunsten der Enzymbehandlung (p < 0,05): Orbitalödem am fünften und siebten postoperativen Tag, Brillenhämatom am fünften und siebten postoperativen Tag, Globalbewertung des Therapieergebnisses am fünften postoperativen Tag und Wundheilungsverlauf am dritten, fünften und siebten postoperativen Tag.

Die Wirksamkeit der Präparate war subjektiv durch den Arzt nach Therapieende in der Enzymgruppe mit 2,0 ("gut") und in der Placebogruppe mit 3,2 ("mäßig") und von den Patienten in der Enzymgruppe mit 1,7 ("sehr gut" bis "gut") und in der Placebogruppe mit 3,3 ("mäßig" bis "unbefriedigend") bewertet worden. Der Unterschied war in beiden Beurteilungen statistisch signifikant auf dem 0,1%-Niveau zugunsten der Enzymtherapie (p < 0,001 ).

Die Verträglichkeit war vom Arzt nach Therapieende in der Enzymgruppe mit 1,6 ("sehr gut" bis "gut") und in der Placebogruppe mit 1,8 (,gut") und von den Patienten in der Enzymgruppe mit 1,6 ("sehr gut" bis "gut") und in der Placebogruppe mit 1 ,9 ("gut") bewertet worden. Beide Beurteilungen waren statistisch nicht signifikant unterschiedlich (p > 0,05).

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen traten in der Enzymgruppe bei fünf Patienten und in der Placebogruppe bei sechs Patienten auf. In der Enzymgruppe betrafen die unerwünschten Arzneimittelwirkungen in der Mehrzahl der Fälle den Gastrointestinaltrakt, einmal wurde intraoperativ eine Arterie verletzt, einmal lag eine Epistaxis vor. In der Placebogruppe wurde dreimal eine Beteiligung des Gastrointestinaltraktes festgestellt, einmal allergische Hautreaktionen, einmal Kaliumanstieg und einmal Epistaxis. In der Enzymgruppe begannen die unerwünschten Arzneimittelwirkungen nach durchschnittlich 3,8 Tagen und in der Placebogruppe nach 2,5 Tagen. Sie dauerten in der Enzymgruppe im Mittel 2,2 Tage und in der Placebogruppe 4,0 Tage. Die Schwere der unerwünschten Arzneimittelwirkungen war in beiden Gruppen im Durchschnitt "mittel". In der Enzymgruppe wurde die Therapie deshalb einmal abgebrochen, zweimal wurde unverändert weiterbehandelt und zweimal eine symptomatische Zusatztherapie durchgeführt. In der Placebogruppe wurde die Therapie in einem Fall abgebrochen, zweimal wurde unverändert weiterbehandelt und dreimal zusätzlich symptomatisch therapiert. In der Enzymgruppe blieben die unerwünschten Arzneimittelwirkungen in drei Fällen ohne Nachwirkungen, einmal traten leichte, nicht behandlungsbedürftige Nachwirkungen auf und in einem Fall (intraoperative Verletzung einer Arterie) waren die Nachwirkungen stationär behandlungsbedürftig. In der Placebogruppe traten in keinem Fall Nachwirkungen auf.