15 Jahre operative Behandlung des Mammakarzinoms mit adjuvanter Enzymtherapie
Rokitansky O.
Acta medica empirica 1983, No. 3, pp. 115 - 116
WE 22 (19-02-2)
In den letzten 40 Jahren ist es nicht gelungen, mit der orthodoxen Behandlung des
Mammakarzinoms die Fünf- und Zehnjahres-Überlebensraten nennenswert zu steigern. Es
ließen sich zwar mit der Chemotherapie in den ersten 3 bis 4 Jahren die Rezidivraten
senken, jedoch ging der Prozentsatz der Langzeitüberlebenden zurück. Daher versuchten
wir bereits Anfang der 60er Jahre, das Behandlungskonzept des Mammakarzinoms zu
verändern.
Dieses Konzept umfaßt die uneingeschränkte Notwendigkeit der operativen Entfernung
des Tumors einschließlich aller peripheren Tumorzellen. Das Operationstrauma und die
Immunsuppression muß möglichst gering gehalten werden. Vor, während und nach der
Operation wird versucht, medikamentös die Dissemination und das Angehen von Metastasen zu
unterbinden. Zusätzlich wurde die Behandlung mit proteolytischen Enzymen in Verbindung
mit hochkonzentriertem Vitamin A in das Behandlungsschema aufgenommen.
Die proteolytischen Enzyme werden bereits präoperativ sowohl systemisch per
Mikroklysma als auch lokal als peri- und intratumorale Injektion zur Anwendung gebracht.
Die Behandlung soll mehrmals wiederholt werden.
Die Dosierung bei der intratumoralen Anwendung beträgt jeweils 100 mg gelöst in 2 ml
einer 1%igen Lidocain-Lösung, bei der systemischen Anwendung per Mikroklistier 3 bis 4
Gramm/die.
Diese Behandlung soll unbedingt über längere Zeit auch in der postoperativen Phase
fortgesetzt werden. In der weiteren Behandlungsperiode sollte - zumindest während einer
Woche pro Monat - täglich 1000 mg per Klistier zur Anwendung gebracht werden und dies
möglichst über mehrere Jahre hinweg.
Die nun folgenden Resultate zeigen die Auswertung der Zehnjahres-Überlebenszeiten, die
mit dem eben ausgeführten Behandlungsschema erzielt werden konnten. Es wurden im Stadium
I 89%, im Stadium II 79% erreicht. Die Rezidivquote im Stadium I betrug 11 %, im Stadium
II 21 %. Zusammen bewertet ergibt sich eine Rezidivquote von 17%.