Wobenzym® zur Ödembehandlung bei arteriellen Bypassoperationen
Wirksamkeit und Verträglichkeit
Studien-Nr.: MU-89203
Randomisierte doppelblinde Parallelgruppenstudie gegen Placebo
Integrierter biometrisch-medizinischer Abschlußbericht gemäß FDA- und CPMP-Richtlinien
Leiter der Studie: Dr. med. H.-D. Rahn
Chirurgische Klinik der Dr: Horst-Schmidt-Kliniken, Ludwig-Erhard-Straße 100, W-6200 Wiesbaden, Germany
Auswertung durch: MUCOS Pharma GmbH & Co, Abt. Klinische Forschung,
Kirchplatz 8, W-8192 Geretsried 1, Germany
Bericht erstellt durch: PHARMASCRIPT, Kathi-Kobus-Steig 1, W-8190 Wolfratshausen, Germany
Zusammenfassung
In der vorliegenden randomisierten klinischen Doppelblindstudie mit zwei parallelen Gruppen sollte die Wirksamkeit sowie die Verträglichkeit des Enzympräparates WOBENZYM® zur Ödemabschwellung bei gefäßrekonstruktiven chirurgischen Maßnahmen geprüft werden. Als Vergleich diente eine Placebogabe.
80 Patienten, die sich einer venösen Bypassoperation wegen des Vorliegens eines akuten arteriellen Verschlusses oder einer arteriellen Verschlußkrankheit des Stadiums II bis IV nach Fontaine-Ratschow unterziehen mußten, wurden in die Studie aufgenommen. Alle Patienten waren auswertbar.
Die Studie wurde geleitet von Dr. med. Hanns-Dietrich Rahn, Chirurgische Klinik der Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken, Ludwig-Erhard-Straße 100, W-6200 Wiesbaden.
Die Patienten nahmen pro Tag 3 x 1 Meßlöffel Granulat. Die Präparate wurden randomisiert doppelblind verteilt. Somit erhielten 40 Patienten das Enzympräparat und 40 Placebo. Die Therapie begann drei Tage vor der Operation und wurde bis zur stationären Entlassung, längstens bis zum 20. postoperativen Tag durchgeführt.
Die Gruppen waren zu Beginn der Studie in bezug auf Alter, Geschlecht, Größe, Gewicht, Ödem, Differenz der Beinumfänge operiertes zu gesundes Bein an vier Meßpunkten, Entzündung, Differenz der Temperatur operiertes zu gesundes Bein, Schmerzen und Summenscore aus Ödem und Schmerzen vergleichbar.
Als Hauptkriterium für die statistische Auswertung wurde der Summenscore aus Ödem und Schmerzen herangezogen. Als Nebenkriterien dienten die Besserung der einzelnen klinischen Parameter sowie die Krankenhausliegedauer.
Für das geprüfte Hauptkriterium zeigte sich am vierten, siebten und zehnten postoperativen Tag sowie am Tag der Entlassung ein statistisch signifikanter Vorteil auf dem 0,1%-Niveau zugunsten der Enzymtherapie. Am l4. postoperativen Tag war der Unterschied auf dem 5%-Niveau statistisch signifikant zugunsten der Enzymtherapie; hierbei ist aber zu berücksichtigen, daß zu diesem Zeitpunkt bereits die meisten Patienten nicht mehr mit Enzymen behandelt wurden und deshalb eine große Anzahl Werte an diesem Tag fehlten.
Bei den Nebenkriterien traten - mit Ausnahme der Entzündung, der Wundheilung und der Dauer des stationären Aufenthaltes -statistisch auffällige Unterschiede (p < 0,05) zugunsten der Enzymtherapie auf.
Die Wirksamkeit der Präparate war subjektiv durch den Arzt nach Therapieende in der Enzymgruppe mit 2,1 ("gut") und in der Placebo-Gruppe mit 3,0 ("mäßig") und von den Patienten in der Enzymgruppe mit 2,0 ("gut") und in der Placebo-Gruppe mit 2,9 ("mäßig") bewertet worden. Der Unterschied war in beiden Beurteilungen statistisch auffällig auf dem 0,1%-Niveau zugunsten der Enzymtherapie.
Die Verträglichkeit war vom Arzt nach Therapieende in der Enzymgruppe mit 1,8 ("gut") und in der Placebogruppe mit 1,4 ("sehr gut" bis "gut") und von den Patienten in der Enzymgruppe mit 2,0 ("gut") und in der Placebogruppe mit 1,5 ("sehr gut" bis "gut") bewertet worden. Beide Beurteilungen waren statistisch auffällig auf dem 1 %-Niveau zugunsten der Placebotherapie.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen traten bei den Enzym-behandelten Patienten in 15 Fällen und in der Placebogruppe in einem Fall auf. Die meisten unerwünschten Arzneimittelwirkungen betrafen den Gastrointestinaltrakt. Sie traten in der Enzymgruppe nach durchschnittlich 2,7 Tagen auf und in der Placebogruppe nach 2 Tagen und dauerten in der Enzymgruppe im Mittel 3,5 Tage und in der Placebogruppe dauerte die unerwünschte Arzneimittelwirkung 4 Tage. Sie waren in der Enzymgruppe "leicht" bis "mittel" und in der Placebogruppe war sie "mittelschwer". Der Unterschied war statistisch auffällig zugunsten der Placebogabe (p = 1,2 x 10-4 in Fisher's exaktem Test).