Grundlagen der Behandlung immunkomplexbedingter Erkrankungen mit Enzymen

Steffen C. 

Acta medica empirica 1983,  Nr. 3, pp. 130

WE 22 (19-02-2)


Immunkomplexe werden für die Auslösung bestimmter Entzündungsvorgänge bei verschiedenen Krankheiten verantwortlich gemacht. Dieses Konzept hat dazu geführt, daß heute eine Gruppe immunologisch bedingter Erkrankungen unter dem Begriff der "Immunkomplexkrankheiten" definiert wird und daß in der Tabelle der pathogenen Immunmechanismen unter dem Begriff "Typ III Immunphänomene" ein bestimmter, durch Immunkomplexe ausgelöster Krankheitsmechanismus verstanden wird. Zu den Erkrankungen, bei denen Immunkomplexe eine pathogene Rolle spielen, gehören z. B. die chronische Polyarthritis, die Streptokokken- oder LE-Glomerulonephritis oder eine bestimmte Form der Vaskulitis.
Enzyme, meist als Gemisch vorliegend, werden in zunehmendem Maße zu therapeutischen Zwecken, u. a. auch bei Immunkomplexkrankheiten, eingesetzt. Dabei geht man von der Überlegung aus, daß die Enzyme einen Abbau der Immunkomplexe herbeiführen könnten. Die Berechtigung dieser Überlegung haben wir an einem in-vitro-Modell untersucht.