Resorption partikulärer und makromolekularer Darminhaltsstoffe
Ein Beitrag zur enteralen Aufnahme per vias naturales applizierter, in der systemischen Zirkulation wirkender Polymer-Pharmaka unter besonderer Berücksichtigung der in der Enzymtherapie verwendeten Hydrolasen
P Streichhan, W. Pollinger, K. Ransberger
Medizinische Enzymforschungsgesellschaft e.V., Alpenstralbe 29, D-8192 Geretsried 1
Natur- und GanzheitsMedizin 1988, Nr. 3., pp. 27-39 - ISSN 0934-7909
SO 35
Zusammenfassung
Enzymproteine als enteral applizierte, intestinal resorbierte und humoral wirkende Therapeutika sind aufgrund der mit unterschiedlichen Methoden bestimmten, stark streuenden Resorptionsraten wiederholt der Kritik ausgesetzt. In vorliegender Arbeit werden die Ursachen für das Variieren der mit unterschiedlichen Verfahren ermittelten intestinalen Absorptionswerte diskutiert. Es wird gezeigt, dab die für die Resorption von Makromolekülen in der Darmwand ausgebildeten Mechanismen - die Persorption in den apikalen Desquamationszonen der Darmzotten, die Pinozytose der M-Zellen im Bereich der Peyer-Plaques und die Ingestion mit Hilfe der vagabundierenden Lymphozyten - ausreichen, um enteral applizierte Biopolymere in effizienten Mengen aufnehmen zu können. Im Falle der in der Enzymtherapie systemisch verwendeten, von Wolf und Benitez entwickelten WoBe-Hydrolasenkombinationen beläuft sich die nachweisbare Resorptionsrate präparatspezifisch auf bis zu 20% der enteral zugeführten makromolekularen Wirkstoffmenge.