Amelioration of the progressive course of chronic renal failure in subtotally nephrectomized rats by intraperitoneal enzyme therapy (Zusammenfassung)

Sebekova K.1, Daemmrich J.2, Paczek L.3, Gaciong Z.3, Blazicek P.4, Spustova V.1 a  Heidland A.5

1 Clinic of Pharmacotherapy, Institute of Preventive and Clinical Medicine, Bratislava, Slovakia; 2 Insitut für Pathologie, Universität Würzburg; 3The Transplantation Institute Warsaw, Poland; 4Military Hospital, Bratislava, Slovakia; 5Medizinische Fakultät, Universität Würzburg

Nieren- und Hochdruckkrankheiten 1997, Jahr. 26, Nr. 6, s. 277-281

345 KA (5-08-1)


Zusammenfassung -  in Englisch hier, in Czech hier


Besserung des chronisch progredienten Nierenversagens subtotal nephrektomierter Ratten durch intraperitoneale Enzymgaben. In der Studie sollte untersucht werden, ob fortgesetzte systemische Enzymtherapie auch eine nichtimmunologische Nierenerkrankung zu beeinflussen vermag. Als Modell diente das Modell des chronisch progredienten Nierenversagens subtotal nephrektomierter mannlicher Wistar-Ratten. Getestet wurde Phlogenzym, eine fixe Kombination aus Trypsin, Bromelain und Rutin. Am ersten Tage nach der 5/6-Nephrektomie wurden die Ratten in 2 Gruppen randomisiert: Die Plazebo(P)-Gruppe (n = 7) erhielt sodann 2 ml 0,9%ige NaCl-Lösung i.p./d und die Enzym(E)-Gruppe (n = 7) 12 mg/d Phlogenzym mit dem gleichen Vehicle. Nach 6 Wochen wiesen die E-behandelten Tiere eine geringere Proteinurie (P: 19,6 ± 9,1 versus E: 10,2 ± 6,2 mg/24 h, p < 0,05) auf, die Plasmakreatininwerte lagen niedriger P: 106,7 ± 33,9 versus E: 76,0 ± 6,3 mmol/l, p < 0,01) und die endogene Kreatininclearance höher (P: 192,3 ± 99,4 versus E: 300,5 ± 47,9 ml/ml/min/l00 g, p < 0,05). Bezüglich der Serumharnstoffkonzentration bestanden keine signifikanten Differenzen, obwohl in der E-behandelten Gruppe die Harnstoffclearance zu höheren Werten tendierte. Als Hinweis auf eine verminderte renale Bildung von Transforming Growth Factor-b (TGF-b) war die Exkretion des Zytokins erniedrigt (P: 0,363 ± 0,183 versus E: 0,232 ± 0,085 ng/mg Kreatinin, p < 0,05). Histomorphologisch bestand in der E-Gruppe eine geringere tubulointerstitielle Infiltration mit mononukleären Zellen bei gleichzeitiger Abnahme der tubulointerstitiellen Fibrose, bestimmt als Volumenfraktion des kortikalen Interstitiums (P: 17,2 ± 1,4, E: 12,3 ± 0,5%, p < 0,001). Ferner waren in den isolierten Glomeruli und Tubuli die Aktivitäten der lysosomalen Zysteinproteinasen (Cathepsin B, L + B und H), die im Restnierenmodell reduziert sind, in der E-behandelten Gruppe signifikant höher.
Zusammenfassung: Mit dieser Studie wurde erstmals bei einer nichtimmunologisch bedingten Nierenerkrankung ein protektiver Effekt einer fortgesetzten Enzymbehandlung nachgewiesen. Die Therapie bewirkte bei den subtotal nephrektomierten Ratten eine geringere tubulointerstitielle Fibrose, eine reduzierte Proteinurie und ein höheres Infiltrat (Kreatininclearance).

Schlüsselworter: Restniere - Ratte - tubulointerstitielle Fibrose- Proteasen.