Zur Enzymtherapie entzündlicher Venenerkrankungen, der tiefen Beinvenenthrombose und des postthrombotischen Syndroms

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Acta medica empirica 1983, Nr. 3., s. 117 - 121

WE 22 (19-02-2)


Zusammenfassung

Eine thrombolytische Behandlung ist prinzipiell auf zwei Wegen möglich. Der Wirkungsmechanismus der angewandten Fibrinolytika unterscheidet sich dabei wie folgt:

  1. Bestimmte Enzyme (Lysokinasen), zu denen die Urokinase und Streptokinase zu rechnen sind, aktivieren Plasminogen zu Plasmin.
  2. Andere Enzyme, z. B. Trypsin, Plasmin usw., wirken direkt fibrinolytisch und proteolytisch - auch im Enzymgemisch.

Das Gemisch verschiedener Enzyme mit unterschiedlicher Substratspezifität bringt bei geeigneten Fällen Vorteile vor der Verabreichung von Einzelenzymen. Ein synergistischer Effekt ist bei den Enzymgemischen zu vermuten. Nebeneffekte und Empfindlichkeiten sind im allgemeinen nicht zu erwarten.

Die orale Applikation proteolytischer Enzyme ist möglich. Mit den bisher üblichen Methoden war der direkte Nachweis der Verfügbarkeit schwierig, besonders unter dem Aspekt der durch Enzyme induzierten Vorgänge, wie z. B. die Bildung von Sekundärenzymen. Selbst die Resorption von Bruchstücken des Enzymmoleküls reicht für einen pharmakologischen Effekt aus, z. B. für die Depolymerisation und allmähliche Wiederherstellung der physiologischen Permeabilitätsverhältnisse.